1. Dan Prüfungsprogramm (schwarz)

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Mindestalter: 16. Lebensjahr (Jahrgang)

Vorkenntnisse Alle Techniken der Kyu-Ausbildungsstufen (außer Kata) können stichprobenartig geprüft werden.
Wurftechniken
(7 Aktionen)
Tsuri-goshi O-soto-guruma
Sukui-nage
Uki-waza Sumi-otoshi Harai-tsurikomi-goshi Yoko-wakare
Bodentechniken
(19 Aktionen)
Kesa-gatame, Yoko-shiho-gatame, Kami-shiho-gatame, Tate-shiho-gatame, Kata-gatame Juji-gatame, Ude-garami, Ude-gatame, Waki-gtame, Hara-gatame, Kannuki-gatame, Ashi-gatame Juji-jime, Hadaka-jime, Okuri-eri.jime, Kata-ha-jime, Kata-te-jime, Ryo-te-jime, Ashi-jime
Anwendungsaufgabe Stand / SV
(max. 5 Min. + 6 Aktionen)
  • Demonstration und Erläuterung der eigenen Spezialtechnik (Wurftechnik) unter technisch/taktischen Aspekten
  • 3 Wurfverkettungen (Kombination oder Finte)
  • 3 Kontertechniken
Anwendungsaufgabe Boden / SV
(9 Aktionen)
  • 4 Übergänge vom Stand in die Bodenlage - davon je 2 aus missglücktem Angriff des Gegners und je 2 aus nicht oder teilweise erfolgreichem eigenen Angriff
  • Erarbeiten von je einer Bodentechnik gegen die Bank/Bauchlage aus 3 verschiedenen Angriffsrichtungen und unter Berücksichtigung der drei Prinzipien Halten, Hebeln und Würgen
  • Verteidigungsverhalten gegen 2 unterschiedliche Angriffe am Boden
Übungsformen
  • Tandoku-renshu und Uchi-komi zur Spezialtechnik im Stand
Theorie
  • Zug und Druck, Gleichgewicht, Kontaktpunkte, Kräftewirkung
Kata
  • Nage-no-kata

 

Lexikon / neue japanische Begriffe

1. Tsuri-goshi Hüftzug
2. O-soto-guruma Großes Außenrad
3. Sukui-nage Schaufelwurf
4. Uki-waza Schwebe(wurf)technik
5. Sumi-otoshi Eckenkippe
6. Harai-tsurikomi-goshi Hebezug-Fußhalten
7. Yoko-wakare Seitenriss
8. Kata-gatame Schulter-Haltegriff
9. Hara-gatame Hebel mit Hilfe des Bauches
10. Kannuki-gatame Riegelstreckhebel
11. Ashi-gatame Bein(Fuß)hebel; Hebeln mit Hilfe des Beines/Fußes
12. Kata-te-jime Würgen (hauptsächlich) mit einer Hand
13. Ryo-te-jime Doppelhand-Würgen; "Parallelgriff-Würgen"
14. Ashi-jime Würgen mit Hilfe des Beines/der Beine
15. Tandoku-renshu Einzelübungen; Übungen ohne Partner (Übungsform)
16 Uchi-komi Wiederholte Wurfansätze ohne Wurf (Übungsform)

 

Anwendungsaufgaben der judospezifischen Selbstverteidigung zum 1. Dan

Seit dem 01.01.2011 gelten im Gesamtbereich des Deutschen Judo Bundes e.V. alternative Wahlmöglichkeiten der judospezifischen Selbstverteidigung
zu den Anwendungsaufgaben vom 3. Kyu bis zum 3.Dan für Jugendliche ab dem 13.Lebensjahr und Erwachsene.

Anwendungsaufgabe Umfang
Redaktionelle Änderung (ab März 2011)

Stand

  • max 5 Min. + 6 Aktionen
  • Demonstration und Erläuterung der eigenen Spezialtechnik (Wurftechnik) unter technisch/taktischen Aspekten in der Selbstverteidigung
  • Drei Verkettungen von Atemitechniken in einer Selbstverteidigungssituation anwenden
  • Drei Verteidigungshandlungen gegen Umklammerungsangriffe
Boden
  • 9 Aktionen
  • Vier Übergänge vom Stand in die Bodenlage unter technisch/taktischen Aspekten in der Selbstverteidigung.
  • Erarbeiten von je einer Bodentechnik bei eigener Rückenlage gegen Angriffe aus drei verschiedenen Angriffsrichtungen unter Berücksichtigung der Prinzipien Atemi, Hebeln und Würgen
  • Verteidigungshandlungen gegen zwei unterschiedliche Angriffe am Boden in Verbindung mit Atemi‐ und/oder Nervendrucktechniken

 

Erläuterungen

Anwendungsaufgabe im Stand

Der Prüfling soll seine Spezialtechnik (Wurftechnik) in technisch/taktischen Zusammenhängen im Kontext der Selbstverteidigung erklären und demonstrieren. Dazu gehört das Erläutern von Situationen in denen die Wurftechnik ausgeführt werden kann sowie von Situationen, in denen eine Ausführung des Wurfes keinen Sinn macht. Dabei ist besonders auf die taktische Komponente einzugehen sowie auf die Tatsache, dass ein Angreifer in Selbstverteidigungssituationen keine Regeln kennt.

Als Verkettungen von Atemitechniken können sowohl Finten als auch Kombinationen gezeigt werden. Die Handlungsabfolge der Atemitechniken sollte flüssig und effizient sein und die jeweilige Distanz zum Partner berücksichtigen. Es sollten wenn möglich verschiedene Atemitechniken zum Einsatz kommen. Bei schnellen Atemikombinationen kann die Reaktion des Partners vernachlässigt werden.

Umklammerungsangriffe werden in der Regel mit der Intention ausgeführt das Opfer zu Boden zu bringen. Folgende Varianten sind unter anderem denkbar:

  • über bzw. unter den Armen,
  • von vorne bzw. von hinten,
  • hoch bzw. tief angesetzt,
  • ausheben nach oben bzw. Umstoßen nach hinten,
  • Schwitzkasten von vorne bzw. von der Seite,
  • Festhalten für Angriffe einer dritten Person.

Anwendungsaufgabe Boden

Bei den Übergängen vom Stand in die Bodenlage, sollen Situationen demonstriert und erläutert werden, aus denen ein Übergang in die Bodenlage sinnvoll ist bzw. nicht vermieden werden kann. Die taktischen Hintergründe der Entscheidung sind zu erläutern. 

Beim Erarbeiten von Bodentechniken aus der eigenen Rückenlage werden unter Berücksichtigung von drei Angriffsrichtungen und der drei Technikprinzipien insgesamt nur drei Techniken verlangt. 

Es sollen insgesamt zwei Verteidigungshandlungen gegen zwei unterschiedliche Angriffe bei eigener Bodenlage demonstriert werden. Zur Unterstützung der Befreiung aus der Bodenlage sollen Atemi‐ und/oder Nervendrucktechniken eingesetzt werden (z.B. die Befreiung aus Kesa‐gatame wird mittels Griff in die Augen unterstützt).